Hilft dezentrale Erzeugung (Sonnen- und Windkraftwerke) den Bedarf an Netzausbau zu verringern?

SonnenkraftwerkHäufig wird darüber diskutiert, ob eine stärkere dezentrale Stromerzeugung zu einem geringeren Netzausbaubedarf führt. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn Erzeugung und Verbrauch zeitlich und räumlich zusammenfallen, beziehungsweise die Energie am selben Ort zwischengespeichert werden kann.

Die Menge an Solar- und Windstrom, die ins Netz eingespeist wird, ist stark abhängig von der Wetterlage und reicht von keiner Einspeisung bis zu sehr hohen Überschüssen. Die vorhandene Speicherkapazität reicht meist jedoch nicht aus, um in Zeiten von Stromüberschüssen Energie zu speichern und eine oder zwei Wochen Windstille oder Regenwetter zu überbrücken. Dies führt dazu, dass einzelne Regionen ihren Bedarf nicht zu jeder Zeit selbst decken können.

Um zu jedem Zeitpunkt die Versorgungssicherheit gewährleisten zu können, muss der benötigte Strom darum gegebenenfalls von anderen Regionen importiert werden können. Umgekehrt muss bei Überproduktion der nicht benötigte Strom abtransportiert werden können. Durch diesen Austausch ist sogar denkbar, dass durch eine stärkere Dezentralisierung mehr Netzausbau nötig wird.