Stromversorgung Pramtal Süd – Warum wird kein Erdkabel mittels Pflügetechnik verlegt?

Die Energie AG führt Kabelverlegungen mittels Pflügetechnik im Niederspannungsnetz und im 30-kV-Netz seit mehr als 20 Jahren durch und hat dabei viele praktische Erfahrungen gesammelt. Die Pflügetechnik ist aus unserer Sicht ausgereift und hat insbesondere bei langen durchgehenden Kabelstrecken Vorteile. Können nur relativ kurze Kabelstrecken ohne Unterbrechung verlegt werden, ist pflügen aber aufwändig und teurer als die herkömmliche Grabungstechnik. In Oberösterreich können wegen der Besiedelungsstruktur, den zahlreichen Wegen und unterirdischen Einbauten im 30-kV-Netz nur selten ausreichend lange Kabelstrecken verlegt werden, auch hat sich im 30-kV-Netz die Verlegetechnik insofern weiter entwickelt, dass anstelle der einpflügbaren Kabeln ein Kabelschutzrohr verlegt wird, in das dann die eigentlichen Stromkabel eingezogen werden. Das bietet technische und wirtschaftliche Vorteile.

Für eine nachhaltige Sicherstellung der Stromversorgung der Region Pramtal Süd ist jedoch die Anbindung an das 110-kV-Netz erforderlich. In den Informationsveranstaltungen wurden die Gründe für eine Ausführung als Freileitung dargelegt. Wir unterstreichen nochmals, dass es nicht nur um die Kabel-Mehrkosten eines einzelnen Leitungsprojekts geht, sondern um die damit zwangsweise einhergehende Ausführung aller zukünftigen 110-kV-Leitungsprojekte als Kabel und die Umstellung der Betriebsweise im gesamten Hochspannungsnetz. Diese Folgekosten betragen ein Vielfaches der eigentlichen Projektkosten in Pramtal Süd (siehe auch 110-kV-Netz Kabel-Freileitung).