Gelöschtes Netz

Elektrische Energienetze unterscheiden sich in der Art der Betriebsweise – es gibt “starr geerdete Netze” und “gelöscht betriebene Netze”. Höchstspannungsnetze und Niederspannungsnetze werden starr geerdet betrieben, Hoch- und Mittelspannungsnetze werden in Österreich und weiten Teilen Europas “gelöscht” betrieben. Im Normalbetrieb sind Unterschiede für die Kunden nicht bemerkbar. Die unterschiedlichen Betriebsweisen wirken sich erst bei Störungen aus.

Störungen sind äußere Ereignisse die den Netzbetrieb beeinträchtigen, wenn beispielsweise ein Ast die Leitung kurz berührt oder ein Blitz in die Leitung einschlägt. Solche Störungen kommen allein im 110-kV-Netz der Energie AG im Jahr mehr als 300 Mal vor. Bei einer derartigen Störung fließt Strom von der Leitung in den Boden – es tritt ein sogenannter “Lichtbogen” an der Störungsstelle auf.

In einem gelöscht betriebenen Netz wird automatisch ein kontrollierter “Gegenstrom” erzeugt, der den Lichtbogen zum Erlöschen bringt. Dieser Vorgang nennt sich “Löschen” und dauert nur den Bruchteil einer Sekunde. Für den Kunden haben diese Störungen keinerlei Auswirkungen, da die Stromversorgung nicht unterbrochen wird. Durch den kontrollierten Gegenstrom ist der Strom an der Störungsstelle relativ gering und ein Berühren von geerdeten Anlagen ist für den Menschen ungefährlich.