110-kV-Freileitung

Rodungsbewilligungen erteilt

Für das 110-kV-Freileitungsprojekt Almtal – Kremstal von Vorchdorf über Steinfelden nach Kirchdorf liegen nun auch die positiven Rodungsbewilligungen vor. Damit biegt dieses wichtige Stromversorgungsprojekt für das Alm- und Kremstal in die Zielgerade.

Das von der Netz Oberösterreich GmbH nunmehr seit mehr als 4 Jahren verfolgte Projekt einer 110-kV-Freileitung von Vorchdorf über Steinfelden nach Kirchdorf dient der nachhaltigen und qualitativ hochwertigen Stromversorgung der Regionen Vorchdorf, Almtal und Kremstal mit in Summe über 30.000 Kundenanlagen in 25 Gemeinden. Die zweiseitige Anspeisung von Kirchdorf und Vorchdorf schafft Versorgungssicherheit für die Bereiche Kirchdorf, Vorchdorf und Steyr, das Umspannwerk Steinfelden sichert die Entwicklung des Almtales durch ausreichende Stromversorgung. Diese Verbesserungen kommen ausschließlich der Sicherheit und Entwicklungsfähigkeit der Haushalte, der Landwirtschaft, der Wirtschaftsbetriebe und der alternativen Stromerzeugungsanlagen in den Gemeinden zugute.

Nach der energierechtlichen Genehmigung, der Naturschutzbewilligung, der wasserrechtlichen Bewilligung und der luftfahrttechnischen Bewilligung des Stromversorgungsprojektes Almtal – Kremstal hat das 110-kV-Freileitungsprojekt nun einen der letzten Meilensteine erreicht: Nach intensiver Prüfung wurden nun die positiven Rodungsbewilligungen erlassen.
Mit dieser Entscheidung und den nun vorliegenden Bescheiden sind die Weichen für die Errichtung der Freileitung gestellt. Die Netz Oberösterreich GmbH hat mit der Mehrzahl der Grundeigentümer bereits Vereinbarungen zur Nutzung der notwendigen Flächen abgeschlossen, in den kommenden Wochen werden den verbleibenden Grundstückseigentümern noch einmal Gespräche angeboten.

Tatsache ist aber auch, dass manche Grundeigentümer sich dazu entschieden haben, unser Angebot nicht anzunehmen – in diesen Fällen bleibt uns als Projektwerber nur die Möglichkeit, entsprechend dem gesetzlich vorgesehenen Verfahrensablauf bei der Genehmigungsbehörde die Zwangseinräumung der Dienstbarkeit zu beantragen. Im Zuge dieses Verfahrens werden noch einmal beide handelnden Parteien, der Grundeigentümer und die Netz Oberösterreich GmbH, an einen Tisch geladen und um das Herstellen des Einvernehmens ersucht. Kommt es auch bei diesem letzten Versuch zu keiner Einigung, muss letztlich das Verfahren zur Zwangsrechtseinräumung durchgeführt werden.

Die Notwendigkeit der Leitungsverbindung und auch die Art der Ausführung wurde in einem – von Landesrat Anschober beauftragten – umfangreichen Gutachten der TU Graz, Prof. Fickert, ausführlich untersucht. Das Gutachten kommt unmissverständlich zur Erkenntnis, das einerseits die Notwendigkeit gegeben ist, andererseits der Freileitung der Vorzug zu geben ist. Auch die für das starkstromwegerechtliche Bewilligungsverfahren zuständige Behörde kommt – gestützt auf schlüssige Gutachten – in ihrem Bescheid zum Schluss, dass das geplante 110 kV-Freileitungsprojekt Vorchdorf – Steinfelden – Kirchdorf aus energiewirtschaftlicher Sicht unbedingt notwendig ist und dem öffentlichen Interesse an der Versorgung der Bevölkerung und seine Verwirklichung im öffentlichen Interesse geboten ist.

Die Ausführung dieses für die Region bedeutenden Projektes ist auf Grund technischer und auch wirtschaftlicher Rahmenbedingungen als Erdkabelverbindung nicht möglich, die Gründe hiefür (dreifache Kosten, höhere Energieverluste, halbe Lebensdauer) sind ebenfalls im Gutachten der TU Graz nachzulesen. Auch verweisen wir in diesem Zusammenhang auf ein Positionspapier von Österreichs Energie, aus deren Sicht eine Verkabelung im ländlichen Bereich nur in Ausnahmefällen in Betracht kommt, eine generelle Umstellung von 110-kV-Freileitungen auf Erdkabel nur österreichweit erfolgen kann und Investitionen in der Höhe von mehreren Milliarden Euro erfordern würde. Dies kann daher aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht empfohlen werden.