TU Graz bestätigt Kostenberechnungen

TU Graz bestätigt Kostenberechnungen

Auf Ersuchen von Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer hat die Netz Oberösterreich GmbH erneut die Investitionskosten für eine Kabelvariante beim Projekt Stromversorgung Almtal – Kremstal überprüfen lassen. Das Ergebnis der Überprüfung durch die TU Graz liegt jetzt vor und hat die Kostenberechnungen aus dem Jahr 2010 bestätigt.

Bereits kurz nach seiner Einreichung  im Sommer 2010 wurde das energierechtliche Verfahren zum Projekt Stromversorgung Almtal – Kremstal unterbrochen. Dadurch wurde den Forderungen aus der Region Rechnung getragen, die Notwendigkeit des Projektes und dessen konkrete Trassenführung sowie mögliche räumliche oder technische Alternativen (insbesondere Verkabelung) von unabhängiger Stelle prüfen zu lassen.

Das damals von der TU Graz, Professor Dipl.-Ing. Dr. Lothar Fickert, erstellte Gutachten ergab unter anderem:
  • die Notwendigkeit einer 110-kV-Verbindung Vorchdorf – Kirchdorf
  • die Bestätigung des Freileitungs-Projektes als die beste Lösung aus 17 untersuchten Varianten
  • massive Kostenvorteile der eingereichten Freileitungsvariante (ca. 17 Mio. EUR) gegenüber einer Kabellösung (ca. 57 Mio. EUR)

In den letzten Monaten wurde wiederholt vorgebracht, dass sich die Kosten von Kabelverlegungen aufgrund technischer Fortschritte seit der erstmaligen Prüfung wesentlich verringert hätten und die damaligen Ergebnisse deshalb nicht mehr anwendbar seien. Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer hat deshalb als Eigentümervertreter die Netz Oberösterreich GmbH um Überprüfung dieser Argumente und eine Aktualisierung der Errichtungskosten ersucht.

Daher wurden die unterschiedlichen Komponenten des Projekts auf der Grundlage von Kostenanfragen bei Herstellern bzw. bei den besonders wichtigen Kabelverlegungskosten nach tatsächlichen Vergabepreisen im Zuge eines anderen Leitungsprojekts erhoben und entsprechend dem heurigen Preisniveau aktualisiert. Diese Kostenaufstellungen wurde von der TU Graz, Professor Dipl.-Ing. Dr. Lothar Fickert, auf Plausibilität und Angemessenheit hin überprüft und mittlerweile vollinhaltlich bestätigt. Die Stellungnahme von Prof. Fickert finden Sie hier.

 Die wesentlichen Erkenntnisse der Überprüfung:
  • Im Gutachten der TU Graz aus dem Jahr 2010 sind mehrere Kabelvarianten dargestellt. Konkret wurden die Investitionskosten jener Variante aktualisiert, die der Freileitungsvariante des laufenden Behördenverfahrens unmittelbar entspricht. Analog dazu sind auch die Kostenentwicklungen der anderen Kabelvarianten zu sehen.
  • Die Investitionskosten der konkret untersuchten Kabelvariante wurden 2010 zwischen 50 Mio. bis 57 Mio. Euro angegeben.
  • Laut neuerlicher Berechnung mit Kostenbasis August / September 2015 belaufen sich die Kosten auf 55,4 Mio. Euro.

Die Kernaussage der Plausibilitätsprüfung von Prof. Fickert lautet: „Die von der Netz Oberösterreich GmbH vorgelegte aktualisierte Kostenberechung für die geplante 110-kV-Leitung ist als plausibel und angemessen zu bewerten.“ Damit steht fest, dass sich an der Erkenntnis des Gutachtens aus dem Jahr 2010 und den Vorgaben im Elektrizitätswirtschafts- und -organisationsgesetz ElWOG nichts geändert hat und die Freileitungsvariante der Kabellösung nach wie vor vorzuziehen ist.

“Es liegt in der Natur der Sache, dass auch das bestgeplante und meistgeprüfte Projekt dieser Größenordnung nie alle Individualinteressen erfüllen kann und daher teilweise auf Gegnerschaft stößt. Aus dieser Perspektive ist auch der Wunsch nach immer weiteren Verfahrensunterbrechungen und Prüfungen verständlich. Es ist aber unsere gesetzliche Aufgabe, das Netz für eine sichere, leistbare und ausreichende Energieversorgung für die oberösterreichischen Menschen und Betriebe nachhaltig zu gewährleisten“, erklärt Walter Tenschert, Geschäftsführer der Netz Oberösterreich GmbH.