Was haben eine Hochspannungsleitung und ein Plüschtiger gemeinsam?

Was haben eine Hochspannungsleitung und ein Plüschtiger gemeinsam?

Sie denken jetzt im ersten Moment wahrscheinlich: Nichts! Stimmt nicht! Denn es gibt etwas, das eine Hochspannungsfreileitung genauso wie ein Plüschtiger bewirken kann. Mit beiden bringt man eine Leuchtstofflampe, ohne Anschluss an eine elektrische Versorgungsleitung, zum Leuchten bzw. eher zum Glimmen. Die Leuchteffekte sind nämlich in beiden Fällen keinesfalls mit der gewohnten Helligkeit einer eingeschalteten Leuchtstofflampe zu vergleichen.

Aber was hat diese Gemeinsamkeit mit unserer Arbeit, dem Projektieren von neuen Hochspannungsleitungen, zu tun? Hochspannungsfreileitungsprojekte haben in der Regel nicht nur Unterstützer und Zustimmer, sondern auch Ablehner und Gegner. Vermehrt suggerieren Projektgegner, mit vermeintlich wie von Geisterhand zu glimmen beginnenden Leuchtstofflampen unter Hochspannungsfreileitungen, den Eindruck einer Gefährdung.

Doch um diesen Effekt zu erzielen braucht man keine Hochspannungsleitung! Das Prinzip der Leuchtstofflampe lässt es zu, dass das elektrische Feld direkt unter einer Hochspannungsleitung ausreichend ist für eine schwach ausgeprägte Anregung, genau so wie die elektrischen Felder die entstehen wenn wir Gegenstände durch Reibung aufladen. Auch Reibung mit einem Plüschtier verursacht ein elektrisches Feld, das Leuchtstofflampen zum Glimmen bringen kann. Ebenso auch mit einem Luftballon. Da dieser durch Reibung in der Luft bereits geladen wird, genügt es den Ballon ohne Berührung der Röhre neben dieser zu bewegen. Da aber die Ladung an der Luft von den Staubpartikeln in der Luft und der Luftfeuchtigkeit abhängt, kann dieses Experiment manchmal scheitern und der Leuchteffekt sehr unterschiedlich ausfallen.

WARNHINWEISE:
Um die Leuchteffekte zu sehen müssen diese Experimente im Dunklen durchgeführt werden. Es ist daher besondere Vorsicht wegen der Gefahr des Brechens der Röhre geboten. Die Umgebung muss frei von Gegenständen sein. Eine Schutzbrille und Handschuhe sollten verwendet werden.

Sollten sie selbst einen Versuch unter einer Hochspannungsfreileitung unternehmen ist zu beachten, dass neben Gebäuden, unmittelbar an den Masten oder neben Pflanzen kein Leuchteffekteffekt auftritt, da die elektrische Feldstärke dort geringer ist. Am besten geeignet ist ein freier Bereich in Spannfeldmitte zwischen zwei Masten. Die Röhre sollte mit den Händen etwa auf Brusthöhe vertikal gehalten werden. In dem Teil oberhalb der Hände kommt es zu Leuchteffekten. Nähern Sie sich keinesfalls den Leiterseilen indem Sie z.B. auf eine Leiter steigen oder auf einen Baum unter der Leitung klettern, da im Nahbereich der Leiterseile wegen eines möglichen Überschlags Lebensgefahr besteht. Auch das Besteigen der Maste ist strengstens verboten!